Mein Business: "Das Wichtigste ist, einmal mehr aufzustehen als hinzufallen"

13.07.2017

Selma Hansal ist 45 Jahre alt und hat an der Universität Wien Chemie studiert. 2004 gründete sie gemeinsam mit zwei KollegInnen als Spin-out eines österreichischen Forschungszentrums Happy Plating. Ihr Ziel: Eine Brücke zwischen (angewandter) Forschung und industrieller Produktion schaffen.

uni:view: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich selbstständig zu machen – und wann stand fest: Wir gründen eine Firma?
Selma Hansal:
Nach meinem Abschluss in physikalischer Chemie an der Universität Wien habe ich die Projektleitung in einem Forschungszentrum im Raum Niederösterreich übernommen. Dort war ich direkt für die KundInnen aus der Industrie verantwortlich. In Gesprächen mit den IndustriepartnerInnen wurde mir immer klarer, dass es spannend wäre, nach der Forschung auch die Ergebnisse umzusetzen. Es hat meine KollegInnen und mich gereizt, tatsächlich noch industrieangewandter zu arbeiten. Ich wollte Lösungen für viele verschiedene Firmen finden und so kam schließlich die Idee auf, eine eigene Firma zu gründen.

uni:view: Sie haben 2004 Happy Plating gegründet – was bieten Sie an?
Hansal:
Happy Plating wurde als Firma für Unternehmensberatung gegründet. Aber es war eigentlich von Beginn an klar, dass wir nur mit Beratung nicht vorankommen. Wir wollten auch Produkte liefern und haben begonnen, eine kleine Technikumsanlage aufzubauen. Begonnen haben wir zunächst mit Auftragsentwicklungen und direkt mit unseren KundInnen Produkte verbessert. Es ging darum, im Hightech-Bereich metallische Oberflächen in Richtung Verschleißschutz zu optimieren oder spezielle Oberflächenmaterialien zu entwickeln – z.B. für eine farbige Brille oder ein verschleißfestes Motorenteil. Für metallische Oberflächen mit besonderen Eigenschaften war man bei uns an der richtigen Adresse. Heute sind wir End-to-End Prozessanbieter, von der Entwicklung bis zur Umsetzung bei unseren KundInnen.

uni:view: Haben Sie sich das Gründen so vorgestellt?
Hansal:
Es gibt immer Stolpersteine. Durch das Gründungsprogramm UNIUN (Vorgängerprogramm von u:start), mit dem ich 2002 begonnen habe, war ich aber auf diese sehr gut vorbereitet. Während des Programms gab es damals verschiedene Schwerpunkte zu Rhetorik und zu rechtlichen Fragen. Das hat mir dann tatsächlich geholfen, durch diese Stromschnellen zu kommen

Das ganze Interview mit Selma Hansal lesen Sie hier.

Im Dossier "Mein Business" stellen Alumni der Universität Wien ihr Start-up vor und verraten Tipps und Tricks für (zukünftige) GründerInnen. Das Dossier läuft in Kooperation zwischen dem uni:view Magazin und der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung und dem Alumniverband.

Steckbrief
Name:Selma Hansal
Alter:45
Studium: Chemie
Gründungsjahr:2004
Mein Business:Happy Plating
Mein Motto:Erfolg ist, einmal mehr aufzustehen als hinzufallen.

Mein Tipp für GründerInnen:

Wenn man es nicht versucht hat, wird man nie wissen, ob man es nicht geschafft hätte. Daher mit Mut und guter Vorbereitung der eigenen Idee folgen.