Mein Business: "Ich würde es wieder tun"

07.11.2017

Mit ihrer Firma Ruffboards trat Alumna Melanie Ruff den Beweis an, dass Sportartikelproduktion auch nachhaltig passieren kann. Im Herbst letzten Jahres sperrte das anfangs äußerst erfolgreiche Start-up allerdings zu. Im Interview erzählt die ehemalige Unternehmerin ihre Beweggründe.

Ruffboards war ein Vorzeige-Unternehmen im Upcycling und Social Business. Dass ihr zugesperrt habt, überraschte viele, wie kam's dazu?
Melanie Ruff:
Wir waren in der Wachstumsphase und eine Expansion wäre angestanden, uns ist es aber nicht geglückt, die Prozesse zu skalieren. Das heißt, je höher unser Umsatz wurde, desto aufwendiger wurde die Produktion. Das Geschäftsmodell war nicht geeignet, um es groß aufzuziehen, das war uns vorher nicht bewusst. Gravierend war außerdem, dass wir verabsäumt haben, rechtzeitig das Gründungsteam zu erweitern. In der Geschäftsführung waren wir zu zweit, alles lag auf unseren Schultern, irgendwann wurde es uns zu viel.

Ihr wurdet ziemlich gehypt…
Ruff:
Ja, zwei Frauen in der Sportbranche, die mit Haftentlassenen ein umweltfreundliches Produkt erzeugen, das war die ganze Hipster-Welt vereint in zwei Personen und alle haben gezerrt, eh verständlich. Wir haben gedacht, da kommt jetzt viel Presserückmeldung und für Marketing hat man sowieso nie Kohle, also setzen wir auf PR, aber direkt in Umsatz ist es nicht gemündet.
 
Lag es auch an der Struktur des Social Business, dass ihr letztlich gescheitert seid?
Ruff:
Nein, es war das umweltfreundliche Produkt. Es ist unglaublich billig, zehn Snowboards zu organisieren, aber unglaublich teuer, 1.000 aufzutreiben. Wo Firmen Rohstoffe zukaufen und skalieren, gehen Preise normalerweise runter, wir dagegen sind mit dem Rohstoffpreis immer weiter raufgeschnallt. Hätten wir klassisch Holzbretteln in China produzieren lassen, wäre es anders gelaufen. Wir wollten ein nachhaltiges Sportgerät etablieren, auf diesen Grundgedanken hätten wir nie und nimmer verzichtet. Als Vorbild diente uns das Geschäftsmodell von "Freitag" (Taschen, Anm.). Sie haben allerdings den gravierenden Vorteil, aus einer Lkw-Plane 500 Taschen fertigen zu können. Wir dagegen konnten aus einem Snowboard ein Longboard machen, im Jahr waren das 500 bis 800 Stück.

Das ganze Interview mit Melanie Ruff lesen Sie hier.

Im Dossier "Mein Business" stellen Alumni der Universität Wien ihr Start-up vor und verraten Tipps und Tricks für (zukünftige) GründerInnen. Das Dossier läuft in Kooperation zwischen dem uni:view Magazin und der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung und dem Alumniverband.