Mein Business: "Nicht alles perfekt planen"

11.10.2017

"In einem Startup muss man einfach sehr agil denken und reagieren", so Tobias Homberger. Der Gründer und CEO von myClubs – Österreichs größtem digitalen Sportanbieter – und Alumnus der Universität Wien spricht im Interview über seine Erfahrungen als Gründer.

Stellen Sie uns bitte Ihr Unternehmen in zwei Sätzen vor...
Tobias Homberger:
myClubs verbindet das Sportangebot von mehr als 500 Sportanbietern in Österreich und der Schweiz in einer flexiblen Mitgliedschaft. In der myClubs App wählt man aus dem gesamten myClubs Angebot seine Workouts und checkt vor Ort ein – so kann man zum Beispiel montags zum Yoga, mittwochs zum Crossfit und freitags Klettern gehen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen – und wann stand fest: Wir gründen eine Firma?
Homberger:
In meinem Freundeskreis habe ich oft erlebt, wie schwierig es ist, unterschiedliche Sportinteressen zu kombinieren und neue Sportangebote auszuprobieren. Wenn man eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio hat, eine Zehnerkarte im Yogastudio und dann mal mit Freunden Badminton spielen möchte, wird es schnell teuer. Deshalb kam mir die Idee, die besten Sportangebote in einer digitalen Mitgliedschaft zum monatlichen Fixpreis zu bündeln. Das hilft auch kleineren und weniger bekannten Sportstudios, neue KundInnen zu gewinnen. Nach ersten Gesprächen mit Sportanbietern in Wien war dann klar, dass es einen Versuch wert ist. Mit einer Innovationsförderung haben wir den Prototypen der myClubs Plattform gebaut, die Firma gegründet und erste Investoren an Bord geholt.

Sie haben Internationale BWL und Politikwissenschaft an der Universität Wien studiert. Inwiefern hat ihr Studium beim Weg in die Selbstständigkeit eine Rolle gespielt?
Homberger:
Das ist eine spannende Frage. Ich denke indirekt hat mein Studium bzw. die Kombination meiner Studiengänge einen großen Anteil an meinem Einstieg ins Unternehmertum. Universitäten wird ja oft angelastet, dass sie zu wenig praxisrelevant ausbilden – und in der BWL stimmt das sicherlich auch zu einem gewissen Grad. Ich kenne aber kaum jemanden, der sich durch sein Studium allein für einen Job qualifiziert hat. Man erwirbt die Grundkenntnisse in einem Fachgebiet und eine strukturierte Lernfähigkeit, mit der man später "on the job" schnell in die Materie einsteigen und sich die erforderlichen spezialisierten Skills aneignen kann. Über den Zwischenschritt in der Unternehmensberatung war dann der Weg zum eigenen Unternehmen für mich nicht so weit. Als CEO eines Tech-Startups ist es vor allem wichtig, ein gutes Verständnis für den Markt, die Technologie und das Geschäftsmodell zu haben. Ich sage immer mein Job ist "Connecting the dots". Das betriebswirtschaftliche Know-How aus der IBWL und der kritische Denkansatz, den man in der Poltikwissenschaft lernt, sind dabei sehr hilfreich.

Das ganze Interview mit Tobias Homberger lesen Sie hier.

Im Dossier "Mein Business" stellen Alumni der Universität Wien ihr Start-up vor und verraten Tipps und Tricks für (zukünftige) GründerInnen. Das Dossier läuft in Kooperation zwischen dem uni:view Magazin und der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung und dem Alumniverband.

Steckbrief
Name:Tobias Homberger
Alter:39
Studium:Internationale BWL, Politikwissenschaft und ein halbes Doktorat
Gründungsjahr:2014
Mein Business:myClubs. Einfachen Zugang zu den besten Sportangeboten zu schaffen
Mein Motto:Challenge everything.

Mein Tipp für GründerInnen:

Ich würde unbedingt schon früh den Austausch mit anderen GründerInnen suchen, um sich Tipps zu holen und die gröbsten Fettnäpfe zu vermeiden.