Mein Business: Authentisch bleiben und Gänsehaut-Momente genießen

22.08.2018

Christina Riedler und Martina ermöglichen Menschen mit Behinderungen, Großveranstaltungen wie das Donauinselfest besuchen zu können.

Stellen Sie uns bitte Ihr Unternehmen in 2 Sätzen vor.

FullAccess ist Dienstleisterin für VeranstalterInnen, die sich auf die KundInnengruppe der Menschen mit Behinderungen spezialisiert hat. Wir unterstützen VeranstalterInnen mit einem Angebot aus Kommunikationsdienstleistungen, Ticketing, Schulungen und Vor-Ort-Service bei allen Herausforderungen, die sich im Zusammenhang von Events und Barrierefreiheit stellen und ermöglichen VeranstalterInnen auf diese Weise, sich gemäß der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ zu positionieren und die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention, wie im „Nationalen Aktionsplan Behinderung 2012–2020“ festgesetzt, umzusetzen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen – und wann stand fest: Wir gründen eine Firma?

 

Die Idee zu „FullAccess“ ist eng mit unseren persönlichen Erfahrungen verbunden: Ich begleite seit vielen Jahren ehrenamtlich sehbehinderte Personen bei deren Freizeitaktivitäten und meine Geschäftspartnerin Martina Gollner, die ich seit der Schulzeit kenne, ist Absolventin des Studiengangs Soziale Arbeit am FH-Campus Wien und seit Geburt an hochgradig sehbehindert. Basierend auf den Erfahrungen, die wir über die Jahre auf den unterschiedlichen Events im In- und Ausland gemacht haben, lösen wir mit „FullAccess“ im Grunde unser eigenes Problem.

Indirekt ist aber auch die britische Heavy Metal Band „Iron Maiden“ an der Gründung nicht ganz unschuldig. Auf einem Festival in der Nähe von London haben wir vor 4 Jahren auf der Plattform die allen Menschen mit Behinderungen zugänglich war, einen jungen Mann auf einer Krankenliege gesehen. Er konnte weder Arme, Beine noch den Kopf bewegen, war aber komplett in Fan-Montur gekleidet. Mitzuerleben wie jemand, der so schwer beeinträchtigt ist ohne Vorbehalte Teil dieses Festivalerlebnisses sein konnte und die Bedeutung, die die Musik für diesen Menschen gehabt haben muss, hat uns sehr berührt. Da war uns klar: In Österreich muss sich etwas ändern!

 

Sie haben Theater,- Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien studiert. Inwiefern hat ihr Studium beim Weg in die Selbstständigkeit eine Rolle gespielt?

 

 

 

Meine Studienwahl hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung, mich selbstständig zu machen, trotzdem ist mein Gründungsweg eng mit der Universität Wien verbunden. Denn durch eine Werbeaktion vor dem Hauptgebäude, bei der ein Getränkehersteller Flyer mit einer Wettbewerbs-Ausschreibung verteilt hat, bin ich 2015 sozusagen in die GründerInnenszene „reingerutscht". Damals war mir die Erstellung eines Businessplans genauso fremd wie das Wort „Pitch“. Gewonnen haben wir zwar nicht, aber es war eine außergewöhnliche Erfahrung in einer Glas-Box auf der Mariahilferstraße vor live zugeschalteten InvestorInnen zu pitchen.

Mit dieser Erfahrung im Gepäck habe ich – über das Gründungsprogramm u:start – einige Veranstaltungen der Universität Wien zum Thema „Entrepreneurship“ sowie einen Workshop zum Thema „Lean Start-up“ besucht. Diesen Workshop leitete wiederum einer der Consultants des universitären Gründerservice INiTS, das uns schließlich ins Startup-Camp aufgenommen hat. Zu dieser Zeit haben wir auch die erste Förderung durch die Wirtschaftsagentur Wien erhalten.

Was meine Dissertation betrifft, war damit auch klar, dass ich darin die theoretischen Grundlagen zum Thema „Verbesserung der Partizipationsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen auf Freizeitveranstaltungen“ liefern werde.

 

 

Das ganze Interview mit FullAccess lesen Sie hier.

Im Dossier "Mein Business" stellen Alumni der Universität Wien ihr Start-up vor und verraten Tipps und Tricks für (zukünftige) GründerInnen. Das Dossier läuft in Kooperation zwischen dem uni:view Magazin und der DLE Forschungsservice und Nachwuchsförderung und dem Alumniverband.

Steckbrief
Name:Christina Riedler
Alter:

36

Studium:Theater-, Film und Medienwissenschaften an der Universität Wien
Gründungsjahr:2016
Mein Business:FullAccess Event Services OG
Mein Motto:"Success is not final, failure is not fatal: it is the courage to continue that counts" (Winston Churchill)

Mein Tipp für GründerInnen:

Gründet mit einer Idee, die euch persönlich wirklich etwas bedeutet, denn wenn herausfordernde Phasen kommen - und sie werden kommen - hilft euch diese Leidenschaft für euer Projekt weiter.

Bleibt authentisch - eure Gegenüber merken den Unterschied.

Link zur Webseite

www.fullaccess.at